Leserbrief

Doc Rob vom 3.12.05

Doc Rob hat uns eine Mail geschrieben, von der wir befanden, dass sie online gestellt werden muss. Wir denken, dass Doc Rob ein nicht untypische Lebensgeschichte hat. Wir haben uns über seine Mail sehr gefreut.

Hallo Ihr beiden Studenten, hier ist Robson, auch aus Berlin. Da habt Ihr ja eine in jeder Hinsicht schöne Seite auf die ebenso schönen Beine gestellt. Ich finde das prima und freue mich über die anspruchsvolle Homepage, die aber natürlich alles andere als staubtrocken ist. Bei den Fotos ja auch kein Wunder: Karina, Du siehst toll aus (sorry Rio, musste gesagt werden). Lange Stiefel, dazu enge Hosen, Röcke, Handschuhe - der Alltag kann ja solche Freuden bereit halten.

Ihr macht einen ernsthaften Eindruck und deshalb erlaube ich mir, kurz meine Erfahrungen zu schreiben. Ich hoffe, sie langweilen Euch nicht. Ich bin (erst) 40 und beschäftige mich schon seit Kindheitstagen mit unserem Lieblingsthema. Ich führe das auf eine etwas verzickte, blonde Engländerin aus der Nachbarschaft zurück, die mir im Sandkasten mal sehr nah mit ihren Stiefeln kam. Da war es dann wohl um mich geschehen.

Als Junge fand ich natürlich ABBA toll, und in der Schule gab es immerhin auch schon ein Mädchen, das lange Stiefel trug. Aber damals war ich viel zu schüchtern, die interessanten Jungs älter, und außerdem habe ich erst später hocherfreut mitbekommen, dass meine Vorlieben im Sex eine ungeahnt große Rolle spielen.

Irgendwann Anfang 20 entschloss ich mich, mein restliches Leben nicht im Unglück zu verbringen und offensiver mit meiner Leidenschaft umzugehen, auch wenn es mir schwer fiel. Aber es war nicht zu meinem Nachteil: Meine langjährige Partnerin hatte nicht nur Verständnis, sie ging begeistert mit mir Stiefel kaufen, meistens übrigens bei Wiedenhaupt im damaligen, längst abgerissenen Kudamm-Eck. Inzwischen gibt es wohl nur noch eine Filiale in der Konstanzer Straße, direkt am Olivaer Platz. Ich denke, die führen immer noch schöne Modelle, das nur als kleiner Tipp für Euch.

Da wir Kinder zu Hause hatten (und beide jeweils noch haben), sind wir vorsichtiger mit dem Thema umgehen, aber für die Straße gibt es ja auch weniger harmlose, aber trotzdem von Männlein und Weiblein viel beachtete Exemplare, wie wir zu zufrieden bemerkten.

Leider ist die schöne Sammlung meiner einstigen Frau, übrigens in Größe 38, inzwischen bei ihr eingelagert, denn sie passt schlicht nicht mehr in die wunderbaren Stücke hinein. Dass ich mich getrennt habe, hatte auch andere Gründe, doch ohne guten Sex geht eben auch auf Dauer nichts mehr.

Falls es Euch interessiert, schreibe ich Euch gern auch noch mal etwas über einen kleinen TV-Auftritt, in dem ich mal versuchen durfte, auch den Nachmittagsguckern das Thema Fetischismus als etwas Schönes und keineswegs Krankhaftes näher zu bringen.

Erstmal danke ich für Eure Aufmerksamkeit, über eine Antwort würde ich mich freuen. Bis dahin schön vorsichtig fahren (natürlich wegen des heutigen Glatteises)!

Viele Grüße, Doc Rob